Berichte Borken

Flyball – fast ohne Ende!

Und schon war es wieder soweit. Das dritte Turnier stand vor der Tür. Dieses Mal setzte sich von Giessen eine ganze Karawane in Richtung Borken in Bewegung. Zu den „Ball-Amazonen“ und „Crazy Balls“ kamen noch die „Giessen Shorties“ und „Full Speed“ hinzu. Umso mehr Hunde, umso besser und vor allem, um so mehr Spaß, dachten wir uns. Außerdem wollten einige belgische und niederländische Teams in Borken ein eigenes Turnier austragen. Wir waren jedenfalls sehr gespannt, wie es sich so auf belgisch und holländisch fliegen lässt. Leider konnten die Flying Sodenia nicht mehr in Borken teilnehmen. Zwei Hunde waren wegen Verletzungen ausgefallen. Gute Besserung auf diesem Wege.
Auf der Hinfahrt nach Borken haben wir uns leider ein wenig in der Fahrzeit geirrt. Es dauerte länger als wir dachten. Borken, wo ist eigentlich Borken? Jedenfalls kam ein Grossteil unserer Teammitglieder zu spät und wir befürchteten schon, dass ohne uns angefangen würde. Zu unserem Glück jedoch wartete man, bis wir dann endlich da waren. Sorry, noch mal. Wir dachten Borken läge bei Kassel. ;-) Ja, ich gebe zu, dass das nur eine schlechte Ausrede und noch dazu gelogen ist. Beim nächsten mal wird alles besser. Die Autos sind eben nicht so schnell wie unsere Hunde.
Jetzt ging es aber los. Gleich zu Beginn musste unsere etwas bunt zusammengemischte Truppe namens „Full Speed“ an den Start. Die Hunde kannten sich kaum, die Frauchen auch nicht und alle waren zum ersten Mal bei einem Flyballturnier dabei.
Auch unsere Kleinen, die „Giessen Shorties“ waren auf ihrem Jungfernflug unterwegs und waren dennoch die Attraktion des Turniers. Vor allem Razz, ein Pomeranien Zwergspitz im Supermann Outfit begeisterte das Publikum. Wer ein echter Superheld ist, gibt sich nicht mit einem stinknormalen Tennisball zufrieden. Nein, da muss es schon etwas Besonderes, wie zum Beispiel sein Lieblinskong oder ein Quitsche-Entchen, sein. Und auch dann war Razz nicht immer klar, warum er wirklich über alle vier Hürden springen muss. Wenigstens an der letzten kann man doch auch mal vorbeilaufen. Unsere super „Giessen Shorties“ verdienen jedenfalls einen dicken Applaus für ihre Leistung, gerade wenn man bedenkt, dass ein Shortie ganz kurzfristig ausgefallen war.
Jetzt aber schnell wieder zu den Großen. In Gruppe 1 tummelten sich fünf Mannschaften. Das „Quickstep Flyball Team“, die „Rauenberger Grasshoppers“, „Die sich nicht treffen“ und unsere beiden Teams, die „Ball-Amazonen“ und die „Crazy Balls“. Es war ein harter F(l)ight, aber am Ende setzte sich doch wieder das „Quickstep Flyball Team“ durch. Die anderen Teams hatten da eigentlich nur eine Chance wenn ein Quickstep Hund einen Fehler machte und das kam nicht gerade häufig vor. Zweiter wurden die „Rauenberger Grasshoppers“, die ebenfalls ein beachtliches Tempo vorlegten. „Die sich nicht treffen“ wurden dritter. Darauf folgten die „Ball-Amazonen“ und als Schlusslicht der ersten Gruppe die „Crazy Balls“. Alle diese Teams liefen super Zeiten, im Bereich von etwa 19 bis 23 Sekunden. Und alle können sich sicher noch verbessern. Jedenfalls können alle Herrchen und Frauchen echt mit ihren Hunden zufrieden sein.
Auch in Gruppe 2 und 3 wurde kräftig um Punkte gerungen. Diesmal siegten die „4x4 Paws of Power“ in Gruppe 2 und in Gruppe 3 hatte „Crazy Quickstep“ die Nase immer ein Stückchen weiter vorn. Insgesamt kann man sagen, dass vor allem aber der Spaß im Vordergrund gestanden hat, was hoffentlich auch in Zukunft so bleiben wird, denn dieser macht eigentlich ja die Faszination beim Flyball aus. Das Anfeuern, Mitfiebern, Mitfreuen, Verlieren können, die Freude an den Hunden und die Fairness sind es doch, die Flyball erst zu einem solch tollen Erlebnis werden lassen.
Nun noch ein paar Worte zu den Teams aus Belgien und den Niederlanden. Es war eine Wonne Ihnen zusehen zu dürfen. Man konnte ja alleine durchs Zuschauen so viele Tricks und Kniffe beobachten, die auch das deutsche Flyball in kürze noch weiter nach vorne bringen werden. Da wurde auf eine Ampelanlage gestartet, das heißt, dass die Hunde erst bei grün die Ziellinie überqueren durften. Und die gelaufenen Zeiten sprechen natürlich für sich. Mehrere 17er Zeiten sind wirklich ne Wucht. Da kann ich nur sagen, ich ziehe meine Flyball-Mütze und sage nur: Wenigstens im Fußball sind wir noch besser! :-).
Zum Abschluss noch kurz zu den Gesamtsiegern. In Gruppe 1 siegte natürlich das „Quickstep Flyball Team“, in Gruppe 2 die „Flying Bramgaus“ und in Gruppe 3 nahmen die „Ostbevern's Biber“, die übrigens auch das witzigste Maskottchen hatten, den begehrten Wanderpokal mit nach Hause. Nach der Siegerehrung war dann leider doch Schluss mit Flyball. Und schon auf der Heimfahrt fieberten wir dem NRW Flyball Cup 2005 entgegen. Und hier noch ein kurzer Satz in eigener Sache: Haltet die Augen und Ohren auf, denn im Spätsommer bis Herbst findet in Hessen auch ein Flyball Cup statt. Also bis bald und lasst die Hunde und Bälle weiter fliegen.

Daniel Keil